Jonas

Jonas hat das Talentscouting ausprobiert und wurde bei seinen Überlegungen zu einem Studium erfolgreich unterstützt. Nun bewirbt er sich für Stipendien und möchte Lehrer werden. Mehr von Jonas erfahrt ihr in seinem Talentportrait.

Jonas (19), Willy-Brandt-Schule Mülheim

Hallo Jonas, erzähl etwas über dich, wie alt bist du, wo kommst du her? Also, ich bin Jonas, ich bin noch 19 Jahre alt, komme aus Oberhausen und habe jetzt mein Abitur mit 1,8 bestanden und bin damit relativ zufrieden.

Wie verlief denn deine Schulzeit? Was waren deine Lieblingsfächer? Wie war dein schulischer Laufweg? Ich habe zum Glück nicht groß etwas für die Schule tun müssen, deshalb bin ich mit dem Schnitt auch äußerst zufrieden. Wer weiß, was es für ein Schnitt gewesen wäre, wenn ich mich richtig angestrengt hätte – das sagt meine Oma jedenfalls immer. (lacht) Aber die 1 vor dem Komma war schon mein Ziel. Meine Lieblingsfächer waren Sport und Mathe, welches ich auch als meinen LK gewählt habe. Ich war auch sehr zufrieden mit meiner Wahl. Meine Schulzeit war sonst entspannt – ich kann mich da nicht beklagen. (lacht erneut)

Was machst du denn gerne in deiner Freizeit? Engagierst du dich noch außerschulisch? Ich spiele im Prinzip mein ganzes Leben schon Handball. Ich stand bestimmt schon mit vier Jahren in der Halle und hab mit meinem Bruder ein paar Bälle geworfen. So richtig angefangen habe ich dann mit fünf oder sechs. Mittlerweile spiele ich nicht nur, sondern bin auch Jugendtrainer und habe jetzt auch vor, den Übungsleiterschein zu machen. Außerdem leite ich noch einen inoffiziellen Fan-Club, den ich auch gegründet habe und wo ich die Treffen und Auswärtsfahrten organisiere. Ich habe Nachhilfe gegeben und möchte das auch fortführen. Mit meiner Oma teile ich auch noch Gemeindebriefe aus. Ansonsten mache ich ganz normale Sachen: mit Freunden treffen, Feiern usw.

Wie geht es jetzt für dich weiter? Mein Ziel war lange Zeit ein Lehramtsstudium, mit Sport auf jeden Fall. Dann hat es sich geändert, weil ich die Länge des Studiums und des Referendariats unattraktiv fand. Dann habe ich mich auf wirtschaftliche duale Studiengänge beworben. Das hat dann nicht ganz so funktioniert. Ich hatte zwar ein paar Zusagen, aber nicht von den Unternehmen, bei denen ich vollends überzeugt gewesen bin. Ich wollte dann nichts Halbes anfangen. Ich bin jemand, der dahinterstehen muss. Entweder ganz oder gar nicht. Deshalb habe ich dann dort abgesagt und mich nun doch letzten Endes fürs Lehramtsstudium entschieden. Bei dem zweiten Fach bin ich mir noch nicht ganz sicher – es könnte Mathe werden oder vielleicht Sozialwissenschaften.

Ich habe dann gemerkt, dass es dämlich ist, den Beruf, der am besten zu mir passt und in ich aufgehen würde, nur nicht machen zu wollen, weil der Weg dahin lang oder schwierig ist.

Wie bist du auf diese Ideen gekommen? Also erstmal habe ich von Grund auf vielen Leuten geholfen, weil mir in der Schule vieles zugeflogen ist und ich habe dann gerne denen geholfen, denen der Stoff nicht so lag. Ich habe auch schon recht früh – in der 8. oder 9. Klasse eine Stunde geleitet und als ich in der Oberstufe war, habe ich auch Sportunterricht für die Unterstufe übernommen oder auch mal eine Mathestunde gehalten. Ich habe auch Nachhilfe gegeben und so hat sich das relativ schnell herauskristallisiert. Alle Lehrer – auch Eltern, Verwandte – haben auch immer gesagt: „Der Jonas, der muss Lehrer werden.“ Da blieb irgendwie keine zweite Wahl. Also ich wurde eigentlich nicht gefragt. (lacht) So war mein Eindruck zu der Zeit. Dadurch kam dann auch die Trotzreaktion: „Nee, ich will nicht das, was ihr wollt. Ich mache das, was ich will.“ Dann hatten wir eine Mitgliederversammlung im Verein, bei der nach Ideen für mehr Einnahmen gesucht wurde und irgendwie hat es plötzlich aus mit herausgesprudelt. So entstand dann in mir der Gedanke, dass Wirtschaft ja was sein könnte. Mittlerweile bin ich aber ganz froh, dass es mit dem dualen Studium nicht so ganz geklappt hat. Ich habe dann nochmal mit Freunden aus dem Verein, die Lehrer sind, gesprochen und habe mir alles nochmal durch den Kopf gehen lassen.

Wie finden deine Eltern es, dass du jetzt ein Studium machen möchtest? Meine Eltern finden es super. Mein Vater freut sich sehr, dass ich mich fürs Lehramt entschieden hab. Er hat mir immer gesagt, ich soll etwas mit Sicherheit machen. (lacht) Sie freuen sich aber auch, dass ich jetzt das mache, was ich wirklich will.

Wie konnte das Talentscouting dich denn unterstützen? Ich muss ehrlich zugeben, dass ich wenig von solchen Beratungsangeboten gehalten habe. Ich habe mir dann aber gedacht: „Ach komm, verpasst du dafür ein bisschen Chemie und probierst das mal. Was hast du zu verlieren!?“ Ich bin dann hin, habe Nam kennen gelernt und wir haben uns gut verstanden. Ich habe ihm von meinen Ideen und Entwicklungen erzählt. Im Prinzip habe ich die Entwicklung mit ihm zusammen gemacht und er hat mich, egal wie meine Tageslage so war, immer unterstützt, wofür ich sehr dankbar bin. Er hat mich bei den Bewerbungen unterstützt, hat mir beim Lebenslauf geholfen, er hat mich aufgebaut, als es keine oder negative Rückmeldungen gab. Da hat Nam extrem weitergeholfen. Deshalb mache ich auch unter anderem dieses Interview – damit andere, die denken, dass so ein Programm nichts bringt, sich das vielleicht doch selbst angucken und nicht vorverurteilen, weil es dem Talentscouting nicht gerecht wird.

Hast du an Veranstaltungen des Talentscoutings teilgenommen? Wir hatten mal einen Workshop mit Nam und dem RUB-Talentscout Halil zum Thema Stipendium. Ich habe auf jeden Fall vor, mich für ein Stipendium zu bewerben.

Man sollte sich immer fragen, ob man das, was man im Kopf hat, selber machen will oder ob es Ideen von anderen sind.

Was würdest du anderen Schülerinnen und Schülern, die sich gerade in der Studien- und Berufswahl befinden, empfehlen? Ich würde allen empfehlen, das Angebot des Talentscoutings wahrzunehmen und offen zu sein. Mittlerweile hat es sich auch herumgesprochen, welche Unterstützung man dort erfährt und man muss sich bei uns an der Schule um Termine reißen, quasi vor dem Zettel campieren. (lacht) Ansonsten sollte man das machen, was man selber will.

Welche persönlichen Hürden hast du erlebt? Also ich glaube, so wie jeder vermutlich, musste ich Selbstreflektion lernen und meine Stärken und Schwächen herausfinden und meine Macken kennenlernen, um dann auch mit ihnen umgehen zu können. Was die schulische Laufbahn angeht, war der Übergang von der 10. Klasse in die Oberstufe schwierig. Ich hätte mir da mehr Unterstützung bzw. Beratung gewünscht. Ich hatte gute Noten und wurde deshalb kaum beraten, weil es für alle klar war, dass ich in die Oberstufe gehe. Andere Schüler haben da mehr Aufmerksamkeit bekommen. Ich selbst wusste damals für mich aber nicht, ob ich wirklich in die Oberstufe gehen oder eine Ausbildung machen möchte.

Was ist dein größter Traum? Mein größter Traum ist es glücklich zu sein, eine Familie und Eigenheim zu haben. Ich möchte meinen Kindern etwas bieten können und gerne im Beruf aufgehen.

Wenn ich einen Workshop halten würde, was wäre dann das Thema? Vermutlich etwas in der Richtung vom sozialen Engagement und wie man anderen hilft. Wenn alle Richtungen offen sind, dann gerne auch etwas wie ein Handball-Camp, das ich jetzt ohnehin auch leiten werde.

Ich bin ein Talent, weil…? … ich ich bin. Jeder ist ein Talent. Man muss sein Talent nur finden. Jeder kann irgendetwas. Man ist auch ein Talent, wenn man alles ein bisschen kann.

Dann wünschen wir dir einen erfolgreichen Start ins Studium und bleiben in Kontakt. Vielen Dank für den Einblick von deiner Schulzeit bis hin zum Studium. Viel Erfolg, Jonas!

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