Büsra

Als zukünfitge Lehrerin, Stipendiatin und Talentpatin möchte Büsra ihre Erfahrungen an andere Talente weitergeben und sie dazu ermutigen, ihre Träume zu verfolgen.

Hallo Büsra, erzähl etwas über dich, wie alt bist du, wo kommst du her? Ich bin Büsra, komme aus Oberhausen und bin 20 Jahre alt.

Wie verlief deine Schulzeit? Welche waren deine Lieblingsfächer? Wie war dein schulischer Laufweg? Ich war an der Gesamtschule Osterfeld in Oberhausen und bin jetzt Studentin der Universität Duisburg-Essen und studiere Sport und Deutsch auf Lehramt im zweiten Semester. Zurzeit findet fast alles in Präsenz statt – das gefällt mir gut, da es in Online-Zeiten etwas schwerer fiel, weil dann auch das Uni-Leben fehlt. Aber es macht mir total viel Spaß. Die Fachschaft hat bei uns auch total viel getan, sodass wir uns wie eine Familie fühlen. In meiner Grundschulzeit lief vieles anders. Ich hatte keine Lust am Lernen und keine guten Noten. Auf der Gesamtschule haben mir meine Lehrer:innen Mut gemacht und der Unterricht war toll, sodass ich wieder Spaß an der Schule hatte. In der 10. Klasse hatte ich sogar einen Schnitt von 1.3 und habe mein Abitur angefangen mit den Leistungskursen Sport und Deutsch, was auch meine Lieblingsfächer waren. Mein Abitur habe ich dann mit 1,8 absolviert und nun studiere ich.

Kannst du dich noch daran erinnern, wie du auf diese Ideen gekommen bist? Gab es einen besonderen Schlüsselmoment? Ich habe meine Sporthelferausbildung absolviert und dadurch hatte ich den ersten Berührungspunkt mit Kindern. Es hat mir total viel Spaß gemacht und auch das Erteilen von Nachhilfe lag mir damals schon gut. Das bestärkende Gefühl, was meine damaligen Lehrerinnen und Lehrer mir gegeben haben, möchte ich zukünftig an neue Schülerinnen und Schüler weitergeben. Ich will ihnen zeigen, dass sie träumen sollen und alles geben sollen, um ihre Ziele zu erreichen. Das Wichtigste am Lehrberuf ist nicht nur das fachliche Vermitteln von Wissen, sondern mit Herz dabei zu sein und junge Menschen dabei zu unterstützen, ihre Persönlichkeiten weiterzuentwickeln. Ursprünglich wollte ich mal Psychologie studieren, weil es auch sehr menschenbezogen ist, jedoch hat es mit dem NC nicht ganz geklappt. Während meines Praktikums an einer Gesamtschule hatte ich einfach das Gefühl, dass es genau das Richtige für mich ist. Meine alte Schule hat mir einfach so viel gegeben, dass ich mir gesagt habe: „Ich werde Lehrerin.“  Außerdem habe ich vor, türkisch zu studieren, da es einerseits meine Muttersprache ist und ich dann auch türkisch als Unterrichtsfach in meinem Profil hätte.

Was sagen denn deine Eltern dazu, dass du nun auf Lehramt studierst? Wie war es, dass du die Erste bist, die ihr Abitur macht und nun studiert? Meine Eltern haben es mir überlassen, was ich mache und haben mich bei allem unterstützt, was ich tue. Wenn ich Probleme habe oder Unterstützung benötige, so sind sie immer an meiner Seite. Ich bin die Erste aus der Familie, die studiert und das Abitur gemacht hat. Meine Geschwister haben eine Ausbildung absolviert.

Was machst du denn gerne in deiner Freizeit? Meine große Leidenschaft steckt im Sport. Ich probiere viele neue Sachen aus – Basketball mag ich total und aktuell versuche ich, meine Schwimmfähigkeiten zu verbessern. Ansonsten verbringe ich gerne viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden.

Neben deinen Hobbys, engagierst du dich in irgendeiner Form noch? Also ich bin seit der 8. Klasse Sporthelferin und in der 11. Klasse wollte ich eigentlich meinen Übungsleiterschein erwerben, aber wegen Corona ist dies entfallen. Ich leite aktuell eine AG und trainiere ein Jung-Team, wodurch ich meine Lizenz erhalten könnte. Ich trainiere Kin-Ball, das ist eine Ballsportart, bei der man mit drei Mannschaften aus vier Spieler:innen gegeneinander um Punkte kämpft. Auch familiär engagiere ich mich. An der Gesamtschule Osterfeld war ich auch in der SV aktiv. Talentpatin bin ich auch bald, sodass ich zukünftig Talente auch weiter begleiten kann, was mir auch als zukünftige Lehrerin toll weiterhelfen wird – darauf freue ich mich total.

Ich glaube, ich wäre ohne meine Lehrerin nicht auf Nils zugegangen, weil ich vom Begriff „Talent“ etwas irritiert war. Ich habe es dann probiert und nun sind wir bis heute eng in Kontakt. Unser erstes Gespräch war richtig cool, weil ich noch keine konkrete Vorstellung hatte, worum es eigentlich im Talentscouting geht. Wir haben über meinen Werdegang, meine Familie und mich gesprochen. Nils hat meine Idee fürs Studieren auch von Anfang an unterstützt.

Wie hast du vom Talentscouting erfahren und wie konnte das Talentscouting dich unterstützen? Meine damalige Klassenlehrerin ging auf mich zu und meinte, dass ich mal Kontakt zu Nils aufnehmen solle, da er Talentscout an der Gesamtschule Osterfeld ist.

Was nimmst du aus der Zeit mit Nils mit?

Ich habe durch Nils viele tolle Menschen kennengelernt – also ihn selbst, richtig interessante Talente und viele spannende Formate. Er hat mir immer gesagt, dass ich an meine Ziele und Träume glauben soll und in unseren Gesprächen habe ich mich einfach immer geborgen gefühlt. Nils ist für mich eine Vertrauensperson und ich bin froh, dass er an meiner Seite steht.

Ich wurde damals von der Gesamtschule Osterfeld für die Studienstiftung des Deutschen Volkes vorgeschlagen. Ich habe das Auswahlverfahren erfolgreich bestanden und bin nun auch Stipendiatin und werde individuell unterstützt. Also ich konnte durch mein Stipendium super Persönlichkeiten kennenlernen, mich mit anderen connecten und vernetzen, an regelmäßigen Treffen teilnehmen und auch Sprachkurse werden uns Stipendiat:innen angeboten – Ende August, Anfang September waren wir in England, genauer gesagt in Broadstairs, das ist eine Kleinstadt im Südosten Englands. Ich habe mich davor nochmal aktiv beworben und musste einen Sprachtest über die dortige Schule absolvieren. Dann habe ich die Bestätigung erhalten, dass ich teilnehmen kann. Generell bin ich einfach froh ein Teil der Studienstiftung sein zu dürfen!

Hast du neben der Beratung dann auch an Veranstaltungen des Talentscoutings teilgenommen? 2019 war ich bei eurem Weihnachts-TNT dabei, das war ja noch in Präsenz. Ich habe auch bei mehreren eurer Stipendien-Workshops teilgenommen, was mir auch viel gebracht hat. Und bei eurem letzten Sommerfest-TNT war ich dabei, das war richtig schön, weil viele tolle Talente dabei waren und wir uns nach Corona einfach mal wieder eine schöne Zeit gemacht haben. Für die Vorbereitung zum Auswahlverfahren der Studienstiftung des Deutschen Volkes war ich auch dabei, was mich super unterstützt hat. Und beim 10-jährigen Jubiläum des Talentscoutings habe ich mitgefeiert!

Erzähl doch mal, welche persönlichen Hürden du erlebt hast! Während des Abiturs musste ich viel arbeiten, was auch in den Klausurphasen oft stressig wurde. Manchmal habe ich auch Lernzettel mit zur Arbeit genommen und bei Gelegenheit habe ich jede freie Minute genutzt, um für die Schule zu lernen.

Mit diesen Erfahrungen, die du gesammelt hast: Was würdest du anderen Schülerinnen und Schülern empfehlen, die sich gerade in der Studien- und Berufswahl befinden? Also – ich würde sagen, dass man sich nicht stressen sollte, weil Stress einen immer negativ beeinflusst. Ich möchte allen mitgeben, sich an den eigenen Interessen und Zielen zu orientieren. Man kann sich auch Pro- und Contra-Listen erstellen, wenn man mehrere Ideen hat und man sollte sich mit Menschen austauschen, die aus dem Bereich kommen!

Wenn du einen Workshop halten würdest, was wäre dann dein Thema? Mein Workshop hätte das Ziel, die Träume und Ziele von Menschen zu supporten und zu empowern. Ich würde sie darin bestärken, ihren eigenen Weg zu gehen und niemals Angst zu haben. Auch in Corona ist deutlich geworden, dass viele einfach mentale Unterstützung brauchen, vor allem Kinder. Als zukünftige Lehrerin möchte ich so ein wichtiges Thema aufgreifen und jungen Menschen zur Seite stehen.

Zum Schluss die wichtigste Frage. Vervollständige diesen Satz: „Ich bin ein Talent, weil…? …ich trotz meiner Hürden meine Ziele verfolgt habe und auch momentan meinen Traum lebe.