Zertifikatsverleihung 2019

Offizielle Talentscouts! Alex und Nam haben ihre Qualifizierung im NRW-Talentzentrum durchlaufen und ihr Zertifikat erhalten. Doch was genau nehmen die beiden „neuen“ Scouts nun mit?

Um Talente professionell beraten zu können, durchläuft jeder Talentscout eine berufsbegleitende Qualifizierung. Hierzu werden im NRW-Talentzentrum Seminare, Workshops und Vorträge durchgeführt, an der alle „neuen“ Scouts teilnehmen, darunter auch Alex und Nam.

Am Montag, den 08.07.2019 erhielten sie neben vielen weiteren Scouts der anderen Partner-Hochschulen nach erfolgreicher Teilnahme ihr Zertifikat. Doch was genau nehmen die Scouts nun aus der Qualifizierung mit? Alex nimmt vor allem neues Wissen und noch mehr Motivation mit:

Ich habe die Qualifizierung mit ihren verschiedenen Seminaren und Workshops als sehr bereichernd empfunden. Die Kombination aus Reflexion der eigenen Biographie und Arbeit, Erweiterung von theoretischem Wissen sowie Anwendung durch Praxiselemente und dazugehöriges Feedback bilden ein gutes Fundament für die Arbeit mit Talenten. Besonders toll fand ich die Gruppendynamik und den Spirit aller Teilnehmenden. Die Energie, mehr Talente weiter nach vorne bringen zu wollen und sich für mehr Chancengleichheit einzusetzen, war fortwährend spürbar. Durch die regelmäßigen Treffen ging man immer wieder mit frischer Motivation heraus, seine eigene Arbeit noch ein Stück besser zu machen – denn was gibt es Schöneres, als zufriedene Talente, die ihre Wünsche und Ziele erreichen?

Talentscout Alex

Nam geht ebenfalls mit positiven Emotionen aus der Qualifizierung:

Die Qualifizierung war für mich eine tolle und aufregende Zeit, in der ich mich persönlich und fachlich weiterentwickeln konnte. Die Förderung von Talenten ist eine anspruchsvolle Herausforderung und die Fortbildung hat mir die dazu nötigen Grundhaltungen, Tools und Wissensinhalte mitgegeben, um jungen Talenten kompetent zur Seite zu stehen. Für mich war es diesbezüglich spannend, das theoretisch Erlernte in den Schulen praktisch umzusetzen und zu reflektieren. Besonders Spaß hat mir auch die Zusammenarbeit mit den anderen neuen Scouts gemacht. Ich gehe nun mit dem Gefühl in die Schulen, niemals alleine zu sein, denn hinter dem Talentscouting steht ein großes Netzwerk aus verschiedensten Akteurinnen und Akteuren, die gemeinsam Bildungsaufstiege von Talenten fördern wollen.

Talentscout Nam

Gemeinsam mit der Koordinatorin Kerstin Franz und dem bereits zertifizierten Talentscout Nils, bildet das Talentscouting-Team der HRW ein unterstützendes Element an Schulen in Mülheim, Bottrop und Oberhausen, um dort einen Beitrag zur Talentförderung zu leisten.

Schöne Sommerferien!

In den Sommerferien stehen eure Talentscouts euch weiterhin für Beratungsgespräche zur Verfügung.
Schreibt eurem Scout und vereinbart einen Termin an der HRW!

Ein weiteres Schuljahr ist vorbei und die langersehnten Ferien stehen an. Wir wünschen unseren Talenten sowie Lehrinnen und Lehrern eine erholsame und sonnige Ferienzeit!

Das Talentscouting-Team steht euch weiterhin für Beratungsgespräche zur Verfügung, falls ihr nicht bis zum nächsten Termin an eurer Schule warten möchtet. Meldet euch einfach per WhatsApp/Mail bei eurem Scout oder schreibt „“, um einen Beratungstermin an der Hochschule Ruhr West zu vereinbaren.

Wir freuen uns auf euch!

Eure Talentscouts

Last-Minute-Bewerbungssprechstunde

Du benötigst kurzfristige Unterstützung bei der Bewerbung für Studiengänge? Dann komm zu unserer Bewerbungssprechstunde an die HRW!

Du möchtest dich bis zum 15. Juli für einen oder mehrere Studiengänge bewerben? Du bist dir nicht ganz sicher, was du dabei beachten musst? Hochschulstart verwirrt dich? Du hast niemanden, der dich bei deiner Bewerbung unterstützen kann?

Dann komm in unsere Last-Minute-Bewerbungssprechstunde.

Wir unterstützen dich persönlich bei deiner Online-Bewerbung um einen Studienplatz. Wir geben Tipps, was du bei Hochschulstart zu beachten hast. Wir erklären dir das weitere Vorgehen und welche Schritte noch wichtig sind.

Wann? 11. Juli von 13 bis 16 Uhr

Wo? Hochschule Ruhr West Campus Mühleim, Gebäude 05. 1. Etage, Raum 001

Eine Teilnahme ist ohne Anmeldung möglich. Bei Fragen stehen wir dir gerne jederzeit zur Verfügung:

Wir freuen uns auf dich!

Langer Abend der Studienberatung am 27. Juni 2019

Die HRW bietet am langen Abend der Studienorientierung individuelle Beratungsangebote und Informationsveranstaltungen für Studieninteressierte an. Schaut vorbei!

Am Donnerstag, den 27. Juni 2019 bieten die Studienberatung und das Talentscouting der Hochschule Ruhr West im Rahmen des langen Abends der Studienberatung verschiedene Beratungsmöglichkeiten für Studieninteressierte an, die zum kommenden Wintersemester ihr Studium beginnen und sich die Zeit nehmen möchten, um sich ausführlich über Studiengänge und Bewerbungsverfahren zu informieren.

Die Veranstaltung bietet unterschiedliche Formate zur Beratung an – neben individuellen Beratungsgesprächen mit der Studienberatung und den Talentscouts, finden offene Vorträge zur Orientierung über Studiengänge an der HRW und zum DoSV-Bewerbungsverfahren statt. Darüber hinaus erhalten Interessentinnen und Interessenten die Gelegenheit, sich mit Studierenden vor Ort auszutauschen, um Einblicke ihrer Erfahrungen und Eindrücke aus deren Studienalltag zu gewinnen.

Eine Anmeldung zur Teilnahme ist nur nötig, falls ihr einen individuellen Beratungstermin vereinbaren möchtet. Dies könnt ihr entweder per Mail: Studienberatung hs-ruhrwest @.de oder telefonisch: 0208 88254-328 oder -329 vereinbaren.

Termin: Donnerstag, 27.06.2019 von 14 bis 20 Uhr an beiden Standorten: Campus Mülheim und Campus Bottrop

„DoSV – das Bewerbungsverfahren über hochschulstart.de“: 16 Uhr bis 17 Uhr an der Hochschule Ruhr West, Duisburger Str. 100 Mülheim, Gebäude 6, Erdgeschoss, Raum 086 (Hörsaal 3)

„Studieren an der HRW? Alles über Studiengänge, NC und Bewerbungsverfahren“: 18 Uhr bis 19 Uhr an der Hochschule Ruhr West, Duisburger Str. 100 Mülheim, Gebäude 6, Erdgeschoss, Raum 086 (Hörsaal 3)

Das vollständige Programm zum langen Abend der Studienberatung findet ihr unter folgendem Link:

https://www.hochschule-ruhr-west.de/veranstaltungen/langer-abend-der-studienberatung/

Wir freuen uns auf euch!

Euer Talentscouting-Team der HRW

Ruhr-Konferenz 2019 – Talente als Zukunft der Ruhr-Metropole

„Beste Bildungschancen unabhängig von Ort und Herkunft“ lautete der Leitspruch der Ruhr-Konferenz in Gelsenkirchen im Mai 2019. Über 300 Bildungsakteure*innen aus dem Ruhrgebiet kamen zusammen, um sich gemeinsam über die Bedeutung der Talentförderung im Ruhrgebiet auseinanderzusetzen. Einen ausführlichen Bericht zu unserem Eindruck findet ihr hier.

Am Donnerstag, den 02. Mai 2019 fand die Ruhr-Konferenz in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen statt. Unter dem Themenforum „Beste Bildungschancen unabhängig von Ort und Herkunft“ sollten unterschiedliche Akteure*innen der Bildungslandschaft Gelegenheit erhalten, sich über Bildung im Ruhrgebiet auszutauschen und grundlegende Impulse für ihre zukünftige Entwicklung zu setzen. Über 300 Teilnehmende haben sich diesem Anliegen gewidmet, darunter die Teams des NRW-Talentscoutings, die TalentMetropole Ruhr, Alumni, Stipendiaten, verschiedene Bildungseinrichtungen sowie der Präsident der Westfälischen Hochschule Prof. Dr. Bernd Kriegesmann und Staatssekretär Mathias Richter, welche auch die Veranstaltungseinführung moderiert haben. Franziska und ich nahmen stellvertretend für die Hochschule Ruhr West teil und möchten euch einen Einblick vom Tag geben.

Wir und viele weitere Teilnehmende hatten beim vorherigen Online-Voting des Themenforums dieses Thema als höchstes priorisiert, was darauf schließen lässt, wie groß das Interesse und die Motivation seitens der Akteure*innen ist, sich mit der Zukunftsgestaltung und dem Potential der Ruhr-Region auseinanderzusetzen.

Die Leitfrage der Konferenz setzte sich mit dem Anliegen auseinander, Aufstiege durch Bildung systematisch zu ermöglichen und zu gewährleisten. In NRW weisen Bildungserfolg und Herkunft einen Zusammenhang auf und die Landesregierung möchte diese Problematik gemeinsam mit Menschen aus der Bildungslandschaft durchbrechen.

Unter dem Motto „Menschen machen Metropole“ sollte auf das Potential verwiesen werden, welches innerhalb der Ruhrgebiets steckt, um sich zu einer erfolgreichen Metropolregion zu entwickeln. Dieses Potential birgt in talentierten und engagierten Schülerinnen und Schülern, deren Teilnahme und Mitwirken in unserer Gesellschaft den Wohlstand und Fortschritt des Ruhrgebiets sichern können und sollen. Darüber hinaus sollen zukünftig auch Unternehmen die Region Ruhr als Knotenpunkt wahrnehmen und auf Talente aufmerksam werden.

Für den Präsidenten der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, Prof. Dr. Bernd Kriegesmann, war es jedoch ein bedeutendes Anliegen, nicht nur auf das Potential und die Zukunft der Ruhr-Metropole zu blicken, sondern ebenfalls auf bisherige Leistungen in der Gegenwart zu verweisen: Es ginge laut ihm nicht nur darum, das Rad ständig neu zu entwickeln, sondern Themen und Projekten Aufmerksamkeit und Anerkennung zu schenken, welche bereits erfolgreich verlaufen. Darunter sei beispielsweise das Ruhr-Talente-Stipendium gemeint, welches talentierte und motivierte Schülerinnen und Schüler bei ihrem Bildungserfolg unterstütze und fördere. Anhand dieses Schülerstipendienprogrammes sollen Potentiale und Talente aufgedeckt und entfaltet werden, was bereits so erfolgreich verläuft, dass das Stipendium landesweit angeboten werden solle. Die Landesregierung möchte folglich ein Zeichen nach außen setzen: Die Zukunft des Ruhrgebiets liegt in seinen Talenten und ihren Potentialen. Das Land widmet sich ihrer Förderung und Entfaltung, so dass jedem jungen Menschen gewährleistet wird, Bildungserfolge und Chancengleichheit unabhängig von der sozialen Herkunft wahrzunehmen.

Nach der Einführungsveranstaltung hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, sich in verschiedenen Workshops und Ständen zum Thema Talentförderung zu involvieren und in Austausch zu treten. So diskutierten Akteure*innen der Bildungslandschaft darüber, wie dieses Vorhaben umgesetzt werden kann. Für unser Talentscouting-Team war dieser Austausch äußerst spannend, da wir u.a. mit Schulleitungen, Stipendiaten*innen und weiteren Kollegen*innen sprechen konnten und einen anderen Blickwinkel auf das Thema erhielten. Diese Gespräche konnten wir in den Pausen bei Kaffee und Kuchen weiter fortführen.

Danach stiegen wir in den Vortrag „Ungleiches ungleich behandeln“, welcher sich mit bedarfsgerechten Ressourcenverteilung von Schulen widmete. Dieses Thema war für uns interessant, da hier nochmal auf einer anderen Ebene der Frage nachgegangen wurde, inwiefern Ressourcen an Schulen verteilt werden können, um Talentförderung zu ermöglichen. Bedeutet mehr Geld gleich bessere Bildung? Inwiefern stehen Bildungschancen und Finanzierung im Zusammenhang? Kann eine steigende Bildungsungleichheit durch mehr Gelder entgegengewirkt werden? Diese und weitere anregende Punkte standen hierbei im Vordergrund und wurden eifrig diskutiert.

Leider fanden mehrere Veranstaltungen zeitgleich statt – Franziska und ich hätten gerne am World-Café und weiteren Denkstationen teilgenommen. Gegen Ende kamen alle Teilnehmenden der Konferenz nochmal im Hörsaal zusammen, um wichtige Impulse vom Tag zusammenzufassen und Vorschläge zu konkretisieren. Dieses Vorhaben konnte noch in einem anschließenden „meet-and-talk“ weiter diskutiert werden. Laut dem Staatssekretär Mathias Richter sollen Ideen für Projekte identifiziert und in einem Maßnahmenpaket umgesetzt werden.

Wir haben uns gefreut, bei der Ruhr-Konferenz teilgenommen zu haben, weil wir uns mit anderen Bildungsakteuren*innen über Talentförderung austauschen konnten und einen Eindruck darüber erhalten haben, wie stark das Potential des Ruhrgebiets ist, durch seine Talente zu einer Ruhr-Metropole heranzuwachsen. Die Konferenz haben wir als ein beeindruckendes Zeichen nach außen wahrgenommen, dass unsere Zukunft in unseren Talenten steckt. Weiterhin fanden wir es toll, dass wir an der Schnittstelle zur Landesregierung diskutieren konnten, wodurch wir auch Eindrücke und Statements vom Staatssekretär Mathias Richter einholen konnten. Wir bleiben gespannt!

Prüfungsüberlebenstrainingstag (PÜTT)

Wie kann ich mich motivieren? Wie merke ich mir neues Wissen am besten? Wie überwinde ich meinen inneren Schweinehund? All dies und vieles mehr stand im Mittelpunkt des Workshops der Hochschule Ruhr West in Mülheim.

Am Samstag, den 16. März 2019 fand wieder der Prüfungs-Überlebens-Trainings-Tag des Talentscoutings an der Hochschule Ruhr West in Mülheim statt. Der Workshop wurde von Kinder- und Jugendcoach Beate Grundmann sowie den Talentscouts Alexandra Steindor und Nam Bui durchgeführt.

Schülerinnen und Schüler der Oberstufe aus verschiedenen Schulen im Ruhrgebiet haben daran teilgenommen, um sich den Themen Motivation, Lern- und Merktechniken sowie Selbstorganisation und Mindset zu widmen.

Im Fokus stand zunächst die Auseinandersetzung mit der eigenen Motivation. Hierbei sollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich mit Fragen auseinandersetzen wie: „Was bedeutet Motivation für mich und was motiviert mich eigentlich?“, „Was hält mich vom Lernen ab?“, „Wie überwältige ich meinen inneren Schweinehund?“ und „Was für Ziele möchte ich mir setzen?. Zunächst sollten sie sich Zeit nehmen um festzuhalten, welche Wünsche und Lebensziele sie sich für ihr späteres Leben erarbeiten möchten.

Doch um diese Prüfungen zu bestehen und erfolgreich zu absolvieren, ging es beim PÜTT ebenfalls um das Aneignen von Lern- und Merktechniken. Kinder- und Jugendcoach Beate Grundmann hatte hierzu effektive und nützliche Methoden parat, welche die Schülerinnen und Schüler direkt ausprobieren durften. Dazu zählte beispielsweise die Locitechnik, um sich wichtige Inhalte sowohl für mündliche als auch schriftliche Prüfungen strukturiert und langfristig merken zu können.

Des Weiteren wurden Übungen durchgeführt, um das eigene Zeit- und Selbstmanagement in den Blick zu nehmen, so dass individuelle Lernpläne erstellt und ebenso Zeiten für Hobbys/Freizeit festgelegt werden konnten.

Ein Schwerpunkt des Workshops lag außerdem darin, sich eine positive Haltung zu erarbeiten, da sie ausschlaggebend für das Bestehen von Prüfungen ist. Hierbei lag der Fokus nicht nur auf die körperliche Haltung, sondern vor allem auf der inneren Einstellung. Anhand der Aneignung einer positiven Einstellung hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Gelegenheit, sich mit ihrer Selbstwahrnehmung und eigenen Haltung auseinanderzusetzen, um zu reflektieren, wie bedeutend sich ein Mindset auf das eigene Lernen auswirken kann.

Anhand dieser Mischung aus Theorie und Praxis konnten sich die Teilnehmenden neue Techniken und Einstellungen erarbeiten, so dass sie gestärkt anstehende Prüfungen angehen können.

Wir bedanken uns bei unseren Schülerinnen und Schülern und wünschen allen weiterhin viel Erfolg für zukünftige Prüfungen!


„Vom Flüchtling zur Anwältin“ – Talent-Talk mit Nizaqete Bislimi-Hošo

Der Talent-Talk befasste sich dieses Mal mit dem Thema „Vom Flüchtling zur Anwältin – Erfolgreich trotz ungewisser Zukunftsaussichten“ mit der Gastrednerin Frau Bislimi-Hošo. Innerhalb des Vortrags stand ihre Lebensbiographie und ihr Weg zum Bildungsaufstieg im Vordergrund, um infolgedessen herzuleiten, inwiefern ihre Erlebnisse, Ziele sowie Hürden im Kontext zur Profession der Talentförderungdes Talentscoutings von Bedeutung sind.

Am 04. April 2019 fand wieder der Talent-Talk der Hochschule Ruhr West in Mülheim statt. Beim Talent-Talk handelt es sich um eine Veranstaltungsreihe, um gemeinsam mit eingeladenen Referentinnen und Referenten über das Thema Talent und Talentförderung auf wissenschaftlicher Ebene zu diskutieren.

Der Talent-Talk befasste sich dieses Mal mit dem Thema „Vom Flüchtling zur Anwältin – Erfolgreich trotz ungewisser Zukunftsaussichten“ mit der Gastrednerin Frau Bislimi-Hošo. Innerhalb des Vortrags stand ihre Lebensbiographie und ihr Weg zum Bildungsaufstieg im Vordergrund, um infolgedessen herzuleiten, inwiefern ihre Erlebnisse, Ziele sowie Hürden im Talentscoutings von Bedeutung sind.

Frau Bislimi-Hošos Vergangenheit war in hohem Maße von Angst, Ungewissheit und Hürden geprägt. Anhand eines ausführlichen und spannenden Einblickes in ihre Kindheit, Jugend und Studium konnten die Teilnehmenden einen persönlichen Eindruck gewinnen, wie essentiell die Einflüsse ihrer Mitmenschen und Rahmenbedingungen für ihren Werdegang gewesen sind. Dies zeigt sich zum einen daran, dass Frau Bislimi-Hošo und ihre Familie zu Beginn ihres Aufenthaltes in Deutschland jahrelang um einen Aufenthaltsstatus kämpfen mussten, so dass ihre Zukunft zum damaligen Zeitpunkt von ständiger Ungewissheit und Sorge begleitet wurde. Sie fühlten sich, als würden sie ständig einen „schweren Rucksack voller Lasten“ tragen, der zu ihrem ständigen Begleiter geworden sei. Darüber hinaus wurde dieser Umstand durch prekäre Wohnverhältnisse erschwert, in der sie auf engstem Raum zusammenlebten und kaum Platz zum Lernen vorhanden war. Dennoch hatte die Gastrednerin das Ziel vor Augen, ihr Abitur zu absolvieren um anschließend Anwältin zu werden, um sich für die Rechte anderer Menschen einzusetzen. Diese Ambition wurde von ihren Mitmenschen auf verschiedenste Art und Weise aufgenommen: Auf der einen Seite glaubte ihre Familie fest daran, dass sie ihren Traum erfüllen werde und sie versprach ihren Eltern im Gegenzug, dass sie ihr Abitur und ihr Studium schaffen würde. Auf der anderen Seite erlebte die heutige Anwältin ebenso Demotivation, Skepsis und Spott, sobald sie anderen Menschen von ihrem Vorhaben berichtet habe.

Es war erstaunlich, wie offen und tiefblickend Frau Bislimi-Hošo über ihr Leben gesprochen hat. Erst anhand ihrer Erzählungen ist den Zuhörenden deutlich geworden, wie unüberwindbar ihre Hürden tatsächlich gewesen sein müssen und umso eindrucksvoller ist es, dass sie ihren Weg zur Anwältin trotzdem gegangen ist. Weitere Einblicke ermöglichte sie anhand einer Leseprobe ihres Buches „Durch die Wand – Von der Asylbewerberin zur Rechtsanwältin“, in der sie u.a. von einer prägenden Begegnung mit einem Berufsberater erzählt.

Im Anschluss an ihren Vortrag durften die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen stellen, so dass eine offene Diskussion angeregt wurde. Viele der Fragen griffen die Lebenserfahrungen und den Bildungsaufstieg der Referentin auf, um Rückschlüsse auf die eigene Profession abzuleiten.
Eine Vielzahl von talentierten Schülerinnen und Schülern sind wie Frau Bislimi-Hošo Geflüchtete und weisen dementsprechend ähnelnde Lebenskontexte auf. Die Referentin betonte wie bedeutend es sei, diesen Menschen in das deutsche Bildungssystem einzuführen, da sie unglaublich viele Potentiale und Talent mitbringen und unter keinen Umständen alleine gelassen werden dürfen. Deutschland leide unter einem großen Fachkräftemangel und es seien genau die Menschen, welche wir in unserer Gesellschaft brauchen. Das Talentscouting-Programm knüpfe mit seinem Ansatz an diese Thematik heran und berate und unterstütze gerade diejenigen, die aus bildungssystemfernen Verhältnissen stammen und nichtsdestotrotz die gleichen Zugänge und Voraussetzungen zum Bildungsaufstieg erhalten sollen: „Das Talentscouting ist großartig, denn es ermöglicht Chancengleichheit“. Die Anwältin betonte, dass ihr Bildungsaufstieg mit Glück verbunden gewesen sei, doch Bildung darf in einer chancengleichen Gesellschaft unter keinen Umständen von Glück abhängig sein. Die Rednerin sprach in diesem Kontext von einer „unsichtbaren Mauer“, welche ein Synonym für ihre unzähligen Hürden war und gleichzeitig eine Metapher für die derzeitig existierende Bildungsungerechtigkeit darstelle.

Anknüpfend an diesen Aspekt fügte Frau Bislimi-Hošo weiterhin an: „Jeder Mensch soll seinen Weg gehen können und dabei ist Unterstützung besonders wichtig“. Sie unterstrich während ihres Vortrages, wie bedeutsam es innerhalb ihrer Biographie für sie gewesen sei, dass sie immer eine Ansprechperson hatte, unabhängig davon welche Anliegen sie hatte. Sie wusste sofort an wen sie sich wenden konnte, um eine Lösung für ihre Probleme zu finden. Diesen Gesichtspunkt greift das Talentscouting ebenfalls auf, denn die Beratungsgespräche umfassen nicht nur die Rolle des Experten, bzw. der Expertin, sondern ebenso die des sozialen Paten/der sozialen Patin. Talente benötigen zwar oftmals eine fundierte Beratung in Hinsicht auf ihre Perspektiven und Ziele nach der Schulzeit, doch ebenso brauchen Talente auch gelegentlich eine Person, um ihren eigenen „schweren Rucksack voller Lasten“ zu entladen. Sie schätze es wert, dass Talentscouting nicht nur auf fachlicher, sondern ebenso auf emotionaler Ebene ansetze, denn dies sind jene Aspekte, welche ihr zum Weg zur Anwältin verholfen haben. Ihr sei wichtig, dass Schüler*innen auf ihrem Weg jemanden an der Seite hätten, der den Überblick behalte, was sie in der Rolle der Talentscouts klar erkenne.

Wir bedanken uns herzlichst bei Frau Bislimi-Hošo für ihre offene und beeindruckende Schilderung aus ihrem Leben und wünschen ihr weiterhin alles Gute und viel Erfolg!