Traumberuf: noch in der Planung

Nach dem Abi erst einmal raus in die Welt. Das dachte sich auch Miriam aus Oberhausen und ging für ein Au-Pair-Jahr nach Neuseeland. Aber was kommt danach? Wie geht es weiter?

Hey Miriam, wie alt bist du und woher kommst du?  Hi, ich bin 19 Jahre alt und komme aus Oberhausen, zur Zeit wohne ich aber in Auckland in Neuseeland. Hier mache ich ein Au-Pair Jahr bei einer Gastfamilie.

Cool, wie sieht denn ein typischer Tag als Au-Pair aus? Unter der Woche fängt mein Tag um 8 Uhr an, indem ich den beiden Söhnen (4 und 2 Jahre alt)  beim Anziehen und Zähne putzen helfe. Um 8:20 Uhr bringe ich dann den älteren zum Kindergarten, wo er dann bis 14:30 Uhr spielen und rumtoben kann. In der Zwischenzeit kümmere ich mich um den Kleineren und räume ein bisschen das Haus auf. Wenn ich dann den Größeren vom Kindergarten abgeholt habe, gehe ich meistens noch mit beiden auf den Spielplatz oder zu meiner Gastoma.

Das ist ja ziemlich durchgeplant. Hast du denn auch mal Freizeit für dich? Klar, abends wenn mein Gastvater oder meine Gastmutter von der Arbeit kommen, dann habe ich auch Zeit für mich. Und das Wochenende kann ich mir auch frei einteilen.  Da kann ich dann mit Freunden oder mit Leuten, die ich vor Ort kennengelernt habe, was unternehmen oder Neuseeland entdecken.

Könntest du dir denn vorstellen auch später in Neuseeland zu bleiben und dort zu arbeiten?  Für ein paar Jahre vielleicht, aber dauerhaft eher nicht. Die Erdbebengefahr ist hier schon ziemlich hoch und man macht auch regelmäßig Evakuierungsübungen, das schreckt mich schon etwas ab.

Kann ich mir vorstellen. Was möchtest du später überhaupt mal beruflich machen? Ehrlich gesagt wechselt das bei mir ständig. Ich hatte zwischenzeitlich mal drüber nachgedacht Kinderkrankenschwester zu werden, mittlerweile habe ich das aber auch wieder verworfen. Im Moment möchte ich gerne Lehramt studieren, am besten für Englisch oder Spanisch. Ich könnte mir aber auch ein Theologie-Studium vorstellen. Eigentlich möchte ich aber hauptsächlich in einem Beruf arbeiten, den ich auch im Ausland machen könnte, weil ich später auch flexibel sein möchte und auf jeden Fall auswandern möchte.

Du bist ja im Talentscouting der HRW, wie bist du da hingekommen und wie hat man dich unterstützt? Ich habe mein Abitur an der Gesamtschule Weierheide gemacht und dort habe ich über eine Freundin erfahren, dass Scouting-Termine angeboten werden. Meine Freundin fand die Beratung hilfreich und hatte mir dann gesagt, dass ich es auch mal ausprobieren sollte, das hab ich dann auch gemacht. Mein Talentscout Kerstin hat mir dann geholfen, erstmal eine grobe Richtung zu finden. Zuerst wollte ich nämlich in die Richtung Pädagogik gehen, habe dann aber gemerkt, dass das doch nichts für mich ist. Zwischendurch wollte ich auch mal Journalismus studieren, dafür konnte Kerstin mir auch Kontakte weitervermitteln, ich hab das im Nachhinein aber doch wieder verworfen. Kerstin hat mir zum Beispiel auch von einem Info-Tag für das Lehramtsstudium an der Uni Duisburg-Essen erzählt, wo ich dann mit einer Freundin hingegangen bin. Und sie hat mir dann auch noch die Variante des 2-Fach-Bachelors erklärt, bei dem ich mich dann erst im Master entscheiden kann ob ich in die Richtung Lehramt gehen möchte oder nicht. Also im Endeffekt hatte ich das Gefühl,  dass es doch noch Möglichkeiten für mich gibt.

Würdest du das Talentscouting weiterempfehlen?  Ja, zumindest sollte man es ausprobieren. Bei mir war es das erste Mal, dass ich überhaupt so eine Hilfe angenommen habe. Ich habe vorher solche Online-Tests zur Berufs- und Studienorientierung gemacht, aber da kam wirklich nur Quatsch raus. Und in einer persönlichen Beratung mit Kerstin konnte ich dann viel individuellere Möglichkeiten für mich suchen, die dann auch eher zu mir passten.

Was würdest du Schülern denn sagen, die noch unsicher sind, ob sie zu den Scoutingterminen gehen sollen?  Wenn man vorher nicht weiß,  was man später einmal machen will, sollte man unbedingt früh zum Talentscouting gehen. Und auch wenn man seinen Traumjob schon gefunden hat oder weiß in welche Richtung man gehen will, sollte man trotzdem zu den Beratungsgesprächen gehen und Alternativen zusammen erarbeiten, falls es doch nicht klappen sollte. Ich kann den Schülern nur raten, da ein bisschen offener zu werden und solche Angebote auch anzunehmen.

Apropos offener, meinst du, dass dich dein Au-Pair-Jahr irgendwie verändert hat und würdest du es nocheinmal machen?  Also anfangs hatte ich ein paar Probleme mit meiner ersten Gastfamilie und musste daraufhin in eine neue wechseln, das war natürlich nicht so schön. Aber das hat mir gezeigt, dass ich Dinge immer direkt ansprechen sollte und auch immer dran bleibe bis ich eine zufriedenstellende Antwort bekomme. Ich habe sogar letztens einen Bungee-Jumping-Sprung gemacht, das hätte ich in Deutschland wahrscheinlich nie gemacht. Allgemein bin ich auch offener geworden, weil ich hier zumindest am Anfang auf mich alleine gestellt war und mich selber zurechtfinden musste.

Vielen Dank für deinen Einblick in den Alltag als Au-Pair und ich hoffe du hast noch eine schöne Zeit als Au-Pair.

 

Miriam wird demnächst mit ihrer Gastfamilie nach Australien umziehen und  Ende Juli diesen Jahres ihr Au-Pair-Jahr beenden. Wenn sie dann zurück nach Deutschland kommt, hat sie zwar noch keine konkreten Pläne, wie es dann genau weitergehen soll, aber das Talentscouting wird ihr weiterhin dabei helfen, die verschieden Möglichkeiten für sie zu finden und sie bei ihrer Entscheidung unterstützen. Auch während ihres Auslandsaufenthaltes steht sie regelmäßig in Kontakt mit ihrem Talentscout, wie das auch am anderen Ende der Welt möglich ist, kannst du hier nachlesen.

Miriam M.

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