Studieren mit Kind ist eigentlich viel leichter als gedacht

Ich habe es gewagt und nur positive Erfahrungen gemacht.

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Der Umweg ins Studium war nur die erste Hürde

Mein Weg ins Studium verlief nicht immer geradeaus, im Gegenteil. Ich musste zuerst viel ausprobieren, wie zum Beispiel ein Praktikum in der Tischlerei, oder die Ausbildung in der Werbeagentur mit Besuch in der Berufsschule. Orientierungslosigkeit lotste mich also durch verschiedene Ausprobier-Stationen, bevor ich nach schier unendlicher Google-Sucherei schließlich das Studienangebot der Hochschule Ruhr West fand und dadurch zu meinem Wunschstudium kam. Um meine Verunsicherung nach der Schule, die mich teilweise noch bis ins Studium begleitete, soll es jetzt aber gar nicht gehen. Vielmehr möchte ich von einem Erlebnis erzählen, das mich während des Studiums besonders positiv überrascht hat.

Studieren mit Kind – natürlich hatte ich Zweifel

Ich studiere übrigens Wirtschaftsinformatik und stehe kurz vor dem Abschluss. Als Frau in einem hauptsächlich von Männern gewählten Studiengang ist aber es nicht immer ganz einfach. Vor allem dann nicht, wenn man so wie ich, mitten im 4. Semester schwanger wird. Klar habe ich mich gefreut, fühlte mich aber auch schnell wieder an meine allgemeine Verunsicherung erinnert, die ich ja eigentlich längst losgeworden war.
Zweifel kamen auf, ob ich meinen Weg jetzt noch wie ursprünglich geplant fortsetzen kann. Es herrscht ja teilweise leider noch immer das klassische Rollenbild der Mutter, die nur zu Hause bleibt und die Kinder großzieht. Da blieben dann auch die einen oder anderen Sprüche, vor allem männlicher Mitstudierender, nicht aus.  Außerdem hatte ich auch von einigen Bekannten gehört, die wegen einer Schwangerschaft ihr Studium oder ihre Ausbildung hingeschmissen haben. Ich war wirklich die ganze Zeit am Überlegen, wie ich die verpasste Zeit wieder aufholen könnte, wo ich doch sowieso schon so spät ins Studium gestartet war.. Was würde also jetzt passieren?

Gar nicht erst verrückt machen, es gibt genug Unterstützung

Zu meinem Glück herrscht an der Hochschule Ruhr West ein offenes, teilweise persönliches Verhältnis zwischen Studierenden und Mitarbeitern. Das ist der Vorteil einer eher „kleinen“ Hochschule. So kam ich schnell in Kontakt mit der Gleichstellungsbeauftragten der HRW, Frau Weustermann. Sie konnte mir in persönlichen Gesprächen viel von meiner anfänglichen Unsicherheit nehmen und mir Tipps zur weiteren Gestaltung meines Studiums geben.

So eine Vertrauensperson, zu der man immer wieder das Gespräch suchen kann, ist für das eigene Selbstbewusstsein unheimlich wichtig. Genauso wichtig ist es natürlich auch zu wissen, welche Möglichkeiten man in der eigenen Situation hat. Ich wusste zum Beispiel vorher nicht, dass Prüfungstermine unter bestimmten Voraussetzungen auch verschoben werden können. Auch hätte ich vorher nicht gedacht, dass die Professorinnen und Professoren so viel Rücksicht auf meine Situation nehmen würden, wenn man mit ihnen darüber spricht. Das hat mir in meiner chaotischen Phase als frisch gewordene Mutter die notwendige Ruhe verschafft, mich wieder einzufinden und mein Studium erfolgreich weiter zu führen.

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Lena Schaare

Bei dir läuft auch nicht alles geradlinig? Lass dich nicht verunsichern – wir finden gemeinsam eine Lösung!

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